Umwelt & Innovation

Artenschutz: Drei neue Wildbienenhotels für Leverkusen

03.03.2021
Lesezeit: 3 min.

Umweltgifte, Dürreperioden, extensive Landwirtschaft: Die Bedrohung für viele Pflanzen- und Tierarten durch den Klimawandel nimmt stark zu. Mittlerweile sind laut Weltnaturschutzunion IUCN schon 32.441 Arten vom Aussterben bedroht. So auch in Leverkusen: Die Hälfte der 320 auf der Rheinschiene ansässigen Wildbienen-Arten sind in der Stadt und NRW vom Aussterben bedroht. „Die Population der Wildbienen ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen: Versiegelte Flächen, durchforstete Wälder und fehlende Blühstreifen schränken sie in ihrem Lebensraum immer mehr ein“, sagt Stephan Eßer, EVL-Mitarbeiter und Wildbienen-Experte. Genau an dieser Stelle setzt die EVL seit dem vergangenen Jahr mit dem Bau von Wildbienenhotels an. Pünktlich zum Tag des Artenschutzes am 3. März sind drei weitere Exemplare fertig geworden.

Aufmerksam machen

Der 2013 ins Leben gerufene Aktions- und Gedenktag soll auf den anhaltenden globalen Verlust der Artenvielfalt und bedrohte wildlebende Planzen- und Tierarten aufmerksam machen. Der Tag des Artenschutzes findet seitdem jährlich unter einem anderen Motto statt. Dieses Jahr lautet es: „Wälder und Lebensgrundlagen: Erhalt von Mensch und Planet“.

Eine Wildbiene fliegt eine Blüte an.

Die Wildbiene ist durchaus wichtig für unsere heimischen Pflanzen, ebenso wie für das gesunde Lebensmittel Obst. Denn: Rund 80 Prozent der Wild- und Nutzpflanzen werden von Insekten bestäubt – hauptsächlich von Wild- und Honigbienen. Das kommt allen Leverkusenern zu Gute: An den Bäumen wächst schlicht mehr Obst.

Lösungen finden

Drei Wildbienenhotels waren es im vergangenen Jahr, drei neue sind im Februar hinzugekommen: An der EVL-Zentrale in Bürrig, in Pattscheid und in der Neuen Bahnstadt Opladen werden die Hotels neue Vielfalt ermöglichen. „Jede Art hat ihre eigenen Vorlieben was Futter und Brutplatz angeht“, sagt Stephan Eßer. Der Kartograph baut seit vielen Jahren privat Wildbienenhotels und hat reichlich Praxiswissen. „Vor allem wichtig bei der Standortwahl ist aber die Ausrichtung gen Sonne, dass es wind- und wettergeschützt ist und es Futterpflanzen in der Umgebung gibt.“

Stephan Eßer baut für die EVL die Wildbienenhotels

Im neuen Wildbienenhotel vor der Zentrale am Overfeldweg tut sich Anfang März noch wenig. Es ist etwas früh, dass die Wildbienen und Insekten das von Eßer gebaute Hotel anfliegen und ihre Eier in die Löcher und Ritzen legen. Auf dem Wasserturm-Gelände haben die Insekten den Bau und den im Rahmen einer Mitarbeiteraktion angelegten Garten schon gut angenommen: Zahlreiche Löcher und Schildrohre sind mit Lehm verputzt. Der Frühling und die Schlüpfzeit kann kommen.

Die ersten Ziele sind erreicht. Jetzt will die EVL am Ball bleiben. Der Bau und die Realisierung weiterer Wildbienenstandorte, mit dem Ziel Leverkusen ökologischer werden zu lassen, ist bereits geplant. „Jedes Jahr sollen drei weitere Standorte hinzukommen“, sagt EVL-Geschäftsführer Thomas Eimermacher. Positiver Nebeneffekt am Wasserturm: „Wir haben hier normalerweise oft Schulklassen oder Kindergärten zu Besuch“, so Eimermacher. „Wenn sie uns jetzt besuchen, sehen sie nicht nur den Wasserturm, sondern lernen auch noch etwas über Wildbienen.“